Ich schätze mal, jetzt steht eine Veränderung an…

Selbstfindung, Selbstverwirklichung

Enthält Werbung* I Puh. Ich bin ganz aufgeregt und ich hoffe, dass ich es erstens hinbekomme, diesen Text einigermaßen nachvollziehbar und verständlich zu formulieren und zweitens, dass ich überhaupt den Mut habe, ihn anschließend zu veröffentlichen – denn so wie es sich gerade anfühlt, wird er sehr, sehr persönlich. 

Vielleicht wißt Ihr ja bereits aus meinen bisherigen Beiträgen und meinem About, dass ich zuerst Jura studiert habe und danach sogar zwei Wochen lang Anwältin war.

Aber dass ich da schon immer viel lieber Wohnzeitschriften gelesen habe. Und dass ich mich ja dann entschieden hatte, nochmal zu studieren und zwar Interior Design und dass ich dafür ganz schön kämpfen musste, auf der einen Seite, um es mir selbst zu finanzieren und auf der anderen, weil es viele einfach nicht verstehen wollten, dass ich – jetzt, wo ich doch endlich die gut verdienende Staatsanwältin hätte sein können – nochmal ganz von vorne anfange. 

Und dann wurde ich ja im 5. Semester schwanger, machte mit Baby meinen Bachelor und war froh, dass ich anschließend mit Baby von Zuhause aus ein paar freiberufliche Aufträge von einem Hotel im Bereich Design & Marketing bekam.

Ja und so kam ich ja zum Hotelmarketing…  Stück für Stück bin ich da reingerutscht, habe immer mehr gelernt, hatte einen ganz tollen Geschäftsführer der Hotels, mit dem ich zeitweise sehr eng zusammenarbeiten durfte, der mir alles zutraute und mir Aufgaben gab, an denen ich ständig neu wachsen konnte und der mir unfassbar viel beigebracht hat. Ich hatte tolle Schulungen und Seminare und außerdem fand ich alles höchstspannend, war mit Eifer und Begeisterung dabei und ja, ich glaube schon, dass ich das selbst von mir sagen darf, nach sieben, acht Jahren war ich wirklich top in jedem Bereich. Von Buchungssystemen, übers Marketing bis hin zum Qualitätsmanagement.

Aber und das hattet Ihr ja vielleicht auch mitbekommen, ich fühlte mich, da ich inzwischen in ein Angestelltenverhältnis gerutscht war, irgendwann nicht mehr richtig frei, hatte dann Ende letzten Jahres gekündigt und Euch erzählt, dass ich nun als Selbständige durchstarten will. 

Also habe ich doch tatsächlich das letzte halbe Jahr auch ein paar (ehrlich gesagt noch zu viele) Aufträge (die meisten vom bisherigen Geschäftsführer) angenommen (von irgendwas muss ich ja leben), aber auch immer wieder an meinem Konzept und meiner Website gearbeitet.

Meine Idee war: ich werde Guest Journey Designerin.

Zur Erklärung: Die Customer Journey…ist ja die Reise des Kunden vom ersten Kontakt zu einem Unternehmen bis zur nachgelagerten Kommunikation (also Bewertung, Newsletter…, der Text wird gleich wieder spannender 😉 ). Und Guest Journey Design ist eben die Reise des Hotelgastes von dem ersten „Aufmerksamwerden“ auf das Hotel über den Aufenthalt bis zur Abgabe der Bewertung usw…

Und dafür begann ich mein eigenes Konzept zu erstellen, ich beschäftigte mich noch mehr mit authentischem Marketing und ganz viel mit dem Gespür, wie welche Situationen auf den Gast wirken und vor allem, warum… Oooh, was hatte ich für tolle Konzepte…Moment, ich schweife ab! 

Wie Ihr ja auch wißt, war ich gerade im Urlaub und irgendwann auf dieser Reise (übrigens war ich mal wieder in fünf verschiedenen Hotels, nur um mir Inspirationen zu holen und um noch mehr Gespür zu entwickeln), da fiel mir auf, dass ich, wenn ich die Wahl hatte, ob ich mir eine Hotel- oder eine Wohnzeitschrift nehmen sollte, ich immer zu der Wohnzeitschrift greifen wollte und mich eigentlich nur aus Vernunft für die Hotelzeitschrift entschied. Ich muss doch auf dem Stand bleiben, noch mehr lernen, noch besser werden!

Und dann fing ich an das mal zu beobachten. Mich zu beobachten.

Oh ja, ich war gut darin, in jedem Hotel sofort zu analysieren, was es braucht, um den Aufenthalt zu verbessern. Und oh ja, jeden Abend schrieb ich all das auf. Für mein Konzept, meine Website und für mein Buch, das ich darüber schreiben wollte. 

Aber nun kommt’s! Als ich an dem einen Tag mit dem Mountainbike den Berg runterrollte, den sanften Wind im Gesicht spürte und mich total frei fühlte, wurde mir ganz plötzlich etwas bewusst.

Erst ein bißchen und dann habe ich sofort gespürt, wie sich alles in mir wehrte, es mir selbst einzugestehen.

Mir wurde klar, dass das natürlich auch ein richtig toller Job ist, aber dass ich ihn eigentlich nur aus zwei Gründen machte: weil ich dafür eine Menge Anerkennung bekam und weil ich wusste, dass ich damit wirklich gut verdienen kann. Und mir wurde bewusst, dass ich mir in all der Zeit, in der ich mich mit Hotels beschäftigt habe, auch immer irgendwie gewünscht habe, wieder mehr Zeit für Interior zu haben. Und dann habe ich mir genau die im Urlaub einfach mal wieder genommen.

Und booom! Es ist als hätte man ein Ventil eines voll aufgeblasenen Riesenluftballons geöffnet. Es hört gar nicht mehr auf.

Meine Ideen, meine Freude am Interior Design, meine Lust am Entwerfen, meine Begeisterung für Neuheiten, Materialien, Farben und Formen, alles strömte aus mir heraus (während meines Urlaubs…). Und dann musste ich es mir voll eingestehen. Das ist es. Das bin ich. Nicht die Hotel-Sori. Nicht die Guest Journey Designerin. Ich bin’s. Sori, die Interior Designerin.

Die letzten Tage waren ein richtiges auf und ab.

Da arbeitet man fast acht Jahre lang für Hotels, wächst und lernt und wagt genau damit diesen eigenen Schritt in die Selbständigkeit… und stellt dann fest, dass es das gar nicht ist.

Erst ganz, ganz leise und dann immer mehr und dann mit diesem einen Knall! Dass es eben doch nicht (nur) die Arbeit ist, die ich geliebt habe, sondern insbesondere die Anerkennung, die ich dafür bekam und bekommen wollte. Was ich gelernt habe, war toll, interessant, aufregend. Aber mein Herz, wenn es nur um dieses geht, das schlägt immernoch und noch viel mehr für Interior. 

So langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, bin froh, dass ich erst seit acht Monaten und nicht schon seit drei Jahren an meinem Konzept arbeite und denke, mensch, jetzt bist Du noch am Anfang, dann schlage jetzt den richtigen Weg ein! Und ich glaube auch, dass alles, was ich für und in den Hotels gelernt habe, mir auch für meinen neuen Weg sehr nützlich sein wird. 

Ich könnte hier gerade vor Freude in die Luft springen, weil ich – egal, was passiert – in nächster Zeit endlich Zeit für Interior haben werde!

Und dann stütze ich wieder den Kopf in die Hände und frage mich, ob es an diesem Punkt richtig ist, das Thema, das meine Existenz bisher gesichert hat und vor allem weiterhin sichern sollte, einfach abzuschließen.

Und jedes Mal sagt mein Bauch ganz leise: ja, das ist richtig! Und dann traue ich mich, auf meinen Bauch zu hören, werfe einen ganzen Stapel Hotelzeitschriften weg und dann fühlt es sich überraschend frei an. Wow! (Ok, zugegeben, vorhin wäre ich fast wieder in die Papiertonne gekrabbelt, um es doch wieder rauszuholen, aber nein. Das ist richtig so!) 

So. Das sind meine News. Ganz frisch. Ungefiltert. Und ich muss selber erstmal planen, was das nun genau für mich bedeutet. Ideen habe ich natürlich schon. Unzählige, wie immer. Gott, was bin ich aufgeregt. 

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Tag und dass Ihr auch auf Eurer Innerstes hören könnt… weil es – auch, wenn’s manchmal schwierig ist – so wahnsinnig gut tut. 

Eure Sori 

*Werbung: schreibe ich ab jetzt einfach sicherheitshalber jedes Mal, auch, wenn es sich nicht um Kooperationen handelt. Auch Affiliate Links kennzeichne ich mit einem Sternchen. 

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10 comments

  1. Liebe Sori, kürzlich hast Du es nur ganz zaghaft „aufhupen“ lassen, dass sich eine Änderung anbahnt. Jetzt der mutige Schritt nach vorne. Jaaaa – es will raus. Und das ist gut so!

    Ich finde es toll und Deine Begeisterung, die Du in Dir trägst – wird Dich durch den Prozess tragen. Du musst nur ganz fest an Dich glauben und Schritt für Schritt gen Ziel laufen. Ich mag Deine feine Art, Deinen Stil. Du wirst begeistern und Erfolg haben. Glaube an DICH.

    Wir sind manchmal viel zu sehr in unserer Angst gefangen, dass es nicht klappen könnte. Und die Unsicherheit darf sein. Die Angst.
    Aber es ist auch DEIN Leben, Deine Wahl, Deine Chance, Dein Ziel … Und es beweist STÄRKE, dass Du den Mut hast und Deinen Weg gehst. Sei stolz auf Dich!

    Ganz liebe Grüße – Nadine

    1. Liebe Nadine, vielen, lieben Dank für so viele, liebe, wunderbare, bestärkende Worte! Ja, Du hast es gut beobachtet… ich habe es selbst erst nur geahnt, dass sich etwas ändert und dann der Urlaub, die Berge, die Weite, die Ruhe und vor allem auch der Abstand, das rückt so vieles zurecht, das macht so klar.

      Nun heißt es wirklich dran bleiben, den Mut behalten, ich bin ja froh, dass ich inzwischen merke, wenn die Angst spricht und dass ich sie unterbrechen kann und trotzdem den nächsten Schritt gehe. Erfordert Kraft, aber wem erzähle ich das… Du gehst Deinen Weg auch so mutig und stark, das beobachte ich auch gerne und ist sehr inspirierend! Also nochmal danke für so liebe Worte und bestimmt bis später auf fb und insta. Ganz liebe Grüße, Sori

  2. Ich finde es toll, dass du den Mut hast, genau das zu tun, was dir Spaß macht. Ich bin auch schon so lange am überlegen, meinen eigentlichen Job aufzugeben. Zu wenig Geld und Anerkennung trotz eines Jahre langen Studiums. Immer mehr Aufgaben für das gleiche Gehalt, echt frustrierend. Ich weiß nicht ob ich jemals den großen Schritt wagen werde, zumal ich auch viele gesundheitliche Probleme habe. Aber mein innrer Druck wird immer größer, etwas zu ändern. Ich beglückwünsche dich zu deiner Entscheidung.😍😍😍
    Liebe Grüße, Claudia (claudis.home.living)

    1. Liebe Claudia, ich kann Dich so gut verstehen und auch, wenn es hier auf dem Blog manchmal leicht klingen mag, die Schritte, die ich gehe… vor denen habe ich manchmal ganz schön Angst! Vor allem vor dem hier! Insbesondere sind es ja finanzielle Herausforderungen vor denen man steht, wenn man endlich mal das tun möchte, was einen mit Freude erfüllt. Aber weißt Du, ich denke so oft, ich habe doch nur dieses eine Leben und ich möchte irgendwann zurückblicken und sagen können, dass ich alles versucht habe. Und ich möchte meiner Tochter genau das vorleben: bleib‘ nicht in einer Situation, die Dich unglücklich macht. Love it, change it or leave it. Ich weiß noch nicht, wo mich dieser Schritt hinführen wird, aber hin und wieder spüre ich immer öfter eine Art Vertrauen, dass alles schon irgendwie gut werden wird. Immerhin hatte alles, was mir bisher passiert ist, immer etwas Gutes und seinen Sinn und das wird sicher und hoffentlich so bleiben… Ich wünsche Dir alles Gute, wir „sehen“ uns auf insta. Lg Sori

  3. Hi Sori,
    vorhin habe ich Dir auf Insta geschriebn Du bist ein verrücktes Huhn das war aber lieb und positiv gemeint. Ich finde es toll das Du versuchst das zu machen was Dir von Herzen Spaß macht!!!

    1. Liebe Ela, das weiß ich doch 😊, habe sehr gelacht, fand es total süß und habe mich über diese herzliche und liebevolle Neckerei gefreut! Vielen Dank für Deine lieben, unterstützenden Worte 😊. Ganz liebe Grüße, Sori

    1. Vielen lieben Dank! Ich freue mich sehr über Deinen Kommentar. Ich musste erstmal ganz leise werden, um meinen Bauch überhaupt zu hören und dann musste ich meinem Kopf sagen, dass er aufhören sollte, immer dazwischen zu reden… ich freu‘ mich aber, dass es mir gelungen ist und bin gespannt, was kommt… wie läuft es bei Dir und Deinem schönen Blog? Ich werde gleich mal schauen…

  4. Ein wundervoller Beitrag, der Mut macht das zutun was man wirklich will! Ich finde das fantastisch und freue mich, dass du uns teilhaben lässt.

    1. Vielen, lieben Dank für so liebe Worte 😊. Ich freue mich wirklich sehr darüber. Das ist ein tolles Feedback, ganz lieben Dank 😊.

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